
Deutschland ist ein Land, das sowohl Tiefländer als auch Mittelgebirge und sogar ein Hochgebirge besitzt. Die meisten Kletterreviere findet man aber in den Mittelgebirgen des Landes. Das liegt vor allem an dem kleinen Anteil, den Deutschland an dem Hochgebirge im Süden hat, zudem ist ein Großteil des Landes mit Mittelgebirgen durchzogen. Mittelgebirge sind nicht unbedingt von Felsen und schroffen Hängen geprägt, wenn sie zu den traditionellen Formen zählen. Es gibt geologische Formationen im Herzen des Landes, die hervorragende Klettermöglichkeiten bieten. Insbesondere die Sandsteinformationen im Osten Deutschlands sind bekannt und beliebt bei Sportkletterern, weil sich hier zahlreiche freistehende Sandsteinformationen finden, die teilweise mehrere hundert Meter hoch ragen. Der Sandstein ist zudem besonders griffig und mit vielen Poren und Tritten durchzogen, sodass man sowohl einfache als auch schwere Routen gehen kann. Aber auch dort gilt ein umfangreiches Naturschutzgesetz, welches es erschwert, in Deutschland klettern zu gehen.
Dieses Naturschutzgesetz umfasst alle Gebiete, die sich auch in anderen Landesteilen finden, und besagt, dass keine Bohrungen in den Fels erfolgen dürfen. Das heißt, man muss als Kletterer die Sicherheitshaken nutzen, die bereits von Vorkletterern angebracht wurden. Gerade in sehr umfassend geschützten Gebieten kann dies teilweise einen Abstand von zwanzig Metern oder mehr bedeuten, daher ist das Klettern in diesen Gebieten besonders riskant, für viele Enthusiasten aber auch reizvoll. Bei zahlreichen kleinen Felsen, die nicht unter Naturschutz stehen und aus Granit oder festerem Gestein geformt wurden, kann man aber so viele Sicherheitspunkte und -haken setzen, wie man möchte. Das ist insbesondere für Einsteiger interessant, weil es das Klettern und die Erschließung wesentlich sicherer macht. Für viele Sportkletterer geht aber damit der Sinn des Bergsteigens verloren, da einfach unverhältnismäßig viel Zeit für die Sicherung aufgewendet wird, wenn man zu viele Haken bohrt und fixiert.
In einigen Formationen der Mittelgebirge, insbesondere im Osten Deutschlands und im Hochgebirge in Süddeutschland, gibt es befestigte Klettersteige. Hier braucht man nur einen Helm und einen Karabinerhaken, oft sogar ohne zusätzliches Seil, um sich ausreichend abzusichern, denn die Wege sind umfangreich erschlossen und mit Fix- oder Stahlseilen gesichert. Klettersteige sind vor allem für Einsteiger und Bergsportler interessant, die nicht das Risiko einer richtigen Klettertour an der blanken Wand eingehen möchten, aber trotzdem ein einprägsames Bergerlebnis haben möchten.
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