Dienstag, 03. Mai 2011 - 00:00 Historie und Natur: Sehenswürdigkeiten im Erzgebirge

sehenswürdigkeiten im erzgebirge

Der Tourismus entwickelte sich im Erzgebirge bereits im 19. Jahrhundert. Damals wurden einige Pässe zu Chausseen ausgebaut, und im oberen Teil der Region entstanden Eisenbahnlinien. Für die vielen Besucher baute man Gasthäuser im Gebirge und Aussichtstürme auf den höchsten Erhebungen. Aus dieser Zeit stammen auch die Schmalspurbahnen, die bis heute zu den Sehenswürdigkeiten im Erzgebirge gehören. Diese Beförderungsmittel werden mit Dampflokomotiven betrieben. Im Erzgebirge errichtete man vor rund 90 Jahren die erste Schwebeseilbahn Deutschlands, die auch heutzutage noch Besucher auf die höchste Erhebung des Bundeslandes transportiert. Der damals ebenfalls entstandene Fernwanderweg führt zu einem bekannten Berg im benachbarten Gebirge. Die Gäste, die ins Erzgebirge kommen, finden ein dichtes Netz von Wanderwegen vor. Aber auch als Wintersportgebiet ist die Region bekannt: Die als schneesicher geltenden Kammlagen und Abfahrtspisten werden von Skifahrern geschätzt, Langläufer finden viele Loipen vor. Auch eine Skiwanderstrecke hat die Region zu bieten.

Nach der Wiedervereinigung vor über 20 Jahren baute man eine Touristenstraße, die das gesamte Erzgebirge durchquert und von der aus man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten erreichen kann. Dazu gehören neben Besucherbergwerken und Bergbaulehrpfaden auch Museen, die sich mit technischen und heimatkundlichen Themen beschäftigen und die Geschichte und Entwicklung des Erzgebirges dokumentieren. Sehenswert sind auch die von mittelalterlichen Bauten geprägten Ortskerne der alten Bergstädte. Dort findet man z. B. auch bedeutende sakrale Bauwerke wie einen spätgotischen Dom, der über zwei Kanzeln verfügt. Beidseitig der Grenze gibt es zudem zahlreiche Burgen und Schlösser verschiedener Baustile zu besichtigen, ein besonders bekanntes kurfürstliches Jagdschloss aus dem 16. Jahrhundert befindet sich darunter. Das Kunsthandwerk im Erzgebirge besitzt eine lange Tradition und ist weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Die Räuchermännchen, Nussknacker und Pyramiden aus den Werkstätten der Region finden auch heute noch viele Abnehmer. Viele Kurzurlauber kommen besonders in der Vorweihnachtszeit und über die Feiertage, um sich die lokalen Weihnachtsmärkte und Bergparaden anzusehen. Überkommene Bräuche und traditionelle Gottesdienste wie die Christmetten und andere Veranstaltungen haben dem Erzgebirge den Beinamen “Weihnachtsland” eingebracht. Althergebrachte und modernere Volksfeste haben sich zu Anziehungspunkten für Touristen entwickelt – wobei das größte alljährlich 14 Tage nach Pfingsten abgehalten wird. Der Tourismusverband der Region bietet Besuchern eine spezielle Karte an, die den kostenlosen Zutritt zu über 100 Museen und anderen Sehenswürdigkeiten erlaubt.

© Olaf Schirmer – Fotolia.com

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